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Michael Killer/Maximilian Michael Prinz von Anhalt
Ein biographisches Bilderbuch
 



Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es in dem bekannten Sprichwort. Gilt das auch für die Bilder von Prinz Michael von Anhalt, die der Öffentlichkeit sowohl in den Print- als auch den elektronischen Medien angeboten werden, die sich zum größten Teil so sehr ähneln, dass sie fast austauschbar sind?

Da, schau her: Maximilian Michael Prinz von Anhalt, Herzog zu Sachsen und Westfalen, Graf von Askanien in der Jury zur „Alpen-Queen“ in Ischgl oder zur „Miss World Bikini“ in Eschborn, in der VIP-Lounge beim Formel 1 Rennen in Monaco, beim Sportpresseball in der Alten Oper zu Frankfurt und bei der Echoverleihung in Berlin; und dort: diesmal mit den Darstellern der amerikanischen TV-Serie Superbodies vor einem seiner mit dem anhaltinischen Wappen veredelten Rolls-Royces; andere Snapshots zeigen ihn, Küsschen hier, Umarmung dort, in der illustren Gesellschaft ebenfalls bestens gelaunter Stars und Sternchen wie Sarah Connor, Jürgen Drews, Roger Cicero und vielen anderen. Ja, klar – das ist er, den kenn‘ ich - der Promi-Prinz, der Fürst aus der Provinz, über sechs Ecken verwandt mit, tatsächlich, Paris Hilton und Zsa Zsa Gabor…

Bilder also, die mehr als tausend Worte sagen … sollen. Einer sehr einfachen Sprache entnommen, sagen aber auch zehntausend Wörter nicht viel.


Schnitt, der erste.


Schlagen wir in unserem (imaginären) Bilderbuch doch einmal ein paar Seiten zurück, finden Bilder aus einer anderen Zeit, einem anderen Leben – einer anderen Welt. Einige der ganz frühen Aufnahmen zeigen einen eher schmächtigen, etwa sieben oder acht Jahre alten kleinen Kerl mit etwas abstehenden Ohren vor einem liebevoll, aber doch wenig aufwändig geschmückten Weihnachtsbaum, in den Händen das einzige Geschenk, das in diesem Jahr zu bezahlen war (ein rotes Auto aus Holz), denn die Familie stand aufgrund, nun, sagen wir einmal, unverzeihlicher Fehler der Buchhaltung vor dem Konkurs. Im Schwäbischen, das weiß man, hieß das damals mehr als nur das berufliche Aus. Gehörten Lohnpfändungen, Gerichtsvollzieher, radikal zusammengestrichene Einkaufslisten und zwei- und dreifach aufgetragene Schuhe und Kleidungsstücke für eine gewisse Zeit auch bald zum Alltag: an Fürsorge und Liebe, das sagt dieses Bild nämlich auch, mangelte es dem Bub indes nicht. Auch der Wille, sich trotz seiner Außenseiterrolle nicht unterkriegen zu lassen (kostenintensivere Schul- und Freizeitaktivitäten fanden nämlich meist ohne ihn statt, was die anderen Kinder nicht unkommentiert ließen), hat unter der häuslichen Misere in diesen Jahren nicht gelitten, wie zwei weitere Bilder beweisen: Eines zeigt den frischgebackenen süddeutschen Meister im Judo (bis 30 Kg), das andere den nun etwas älteren „Michel“ mit einer schulischen Auszeichnung, einer Belobigung für besondere Leistungen im Fach Mathematik. Der Sport und die Zahlen also, eine Kombination, die den Weg des Realschülers Michael Killer von nun ab begleiten und bestimmen sollte.


Schnitt, der zweite.


Der Umzug ins Hessische bringt durch die erneute Selbstständigkeit des Vaters (Heizungsbau) erst einmal wieder eine gewisse materielle Sicherheit mit sich. Michael hingegen tut sich schwer in der neuen Umgebung, vor allem schulisch macht ihm der Systemwechsel arg zu schaffen und so nimmt es nicht Wunder, ganz zum Missfallen der Mama, dass der nun Sechzehnjährige die Schule mit der Mittleren Reife, aber ohne jegliche berufliche Orientierung verlässt. Kein Bild aus dieser Zeit zeigt den Teenager über den Büchern hockend, eher schon einmal in der Rolle des Helferleins für den Vater auf einer der zahlreichen Baustellen. Eine Anekdote berichtet von einer Beinahe-Begegnung mit einem Schulkameraden bei der Montage eines Heizkörpers in einem Einfamilienhaus. Die beiden treffen sich nämlich nur deshalb nicht, weil jener zu just der Zeit genau dort ist, wo Michael eigentlich ebenfalls hätte sein sollen: im Unterricht. – Aufnahmen aus den nächsten paar Jahren sind merkwürdig unscharf, ohne Konturen, und dennoch haben sie ihren festen Platz in diesem Album: Michael auf einem uralten Klapprad auf dem Weg zum Schreibmaschinenkurs (daran scheitert nach nur acht Wochen die Ausbildung zum Steuerfachgehilfen), als Aushilfs-Estrich leger mit Sand und Zement hantierend, bei der Schlüsselübergabe seines ersten selbst verkauften Gebrauchtwagens, wenig motiviert beim Abfüllen von Farbeimern in Diensten eines großen Farbenherstellers in der Region und beim Zusammenschieben von Einkaufswagen, wohl eine wenig erfreulichen Art für einen jungen, vor Kraft und Übermut strotzenden Kerl, seinen Unterhalt zu verdienen. Und dann, endlich, wieder etwas Greifbares, eine gestellte, aus Sicht der Mama aber „richtig schöne“ Fotografie: Michael mit seinem Zahntechniker – Gesellenbrief, Theorie: So lala, Praxis: Jahrgangsbester. Ein festes Einkommen, eine Zukunft mit Perspektive, ein….Gefängnis.


Schnitt, der dritte.


Für die nächste Episode in dieser bisher sicherlich bewegten, aber doch keineswegs spektakulären Biographie möchte man fast ein neues Album aufschlagen, was jedoch suggerieren würde, dass hier zwischen den Schnitten keinerlei Kontinuität bzw. Zusammenhang bestände. Dem ist, natürlich, nicht so.

Keine Aufnahme in diesem Bilderbuch verrät mehr über den Biografierten als jenes, das den Jungunternehmer in den ersten Tagen auf der Baustelle der Keimzelle seines heutigen kleinen Firmenimperiums zeigt: Es ist früher Morgen, Michael Killer steht etwas verloren vor dem großen, von außen wenig ansprechenden Gebäude, das er in den nächsten Jahren zu einer der angesagtesten, flächenmäßig größten, architektonisch beeindruckendsten und mitgliederstärksten Fitness-Lokation im Rhein-Main-Gebiet ausbauen wird. Da steht er nun, fast möchte man hinzufügen, und kann nicht anders, denn der Gedanke, ein ganzes (Arbeits-) Leben in wie auch immer gearteten Abhängigkeiten zu verbringen, hat es nicht einmal in die Nähe der äußeren Pforten der Vorstellungswelt dieses Menschen geschafft; da steht er nun also, den Kopf voller Ideen, mit dem unbedingten Willen sich hier zu behaupten, dem Mut, das geliehene Startkapital schlimmstenfalls komplett in den Sand zu setzen – und der unzweifelhaften Entschlossenheit, sich diesem Projekt mit aller Kraft widmen zu wollen. Symbolträchtig, stellt sich im Nachhinein heraus, sind in diesem Bild auch die Lichtverhältnisse, denn in den kommenden 15 Jahren sieht man den Mann außerhalb des Gebäudes in der Regel nur frühmorgens beim Aufschließen und spät am Abend, wenn er als letzter die Tore der mittlerweile als „Fitness-Burg“ bekannten Sport- und Wellnesseinrichtung hinter sich zuschließt. - Lange Jahre bleibt das junge Unternehmen so etwas wie eine One-Man-Show, die nächsten Bilder beweisen das: der Chef an der Theke, beim Auswechseln defekter Glühbirnen und Einsammeln leerer Duschgels, als Instrukteur auf der Trainingsfläche, in Kundengesprächen oder beim Aufstellen neuer Fitnessgeräte. Interessant sind auch solche Aufnahmen, die ihn zum Beispiel mit einem Dutzend Kinder in Judoanzügen oder als „Gastteilnehmer“ beim Kinder-Aerobic zeigen (offenbar zur großen Belustigung der übrigen etwa Sechs- bis Achtjährigen). Sport, Tanz, Bewegung, das - eher spielerische - Sich messen mit anderen, streng nach Regeln der Fairness, zu denen auch Selbstbeherrschung, Disziplin und das Übernehmen von Verantwortung für das gemeinsame Ziel gehören, beispielsweise beim Einstudieren einer Choreographie oder als Mitglied im Judoteam: Michael Killer hat nicht vergessen, was der Sport ihn gelehrt hat, als die familiäre Situation die Welt des nicht einmal Zehnjährigen tüchtig durchrüttelte, was er dem Sport auch als Unternehmer zu verdanken hat - und er hat auch nicht vergessen, dass die Zeit kommen würde, diesen Erfolg mit anderen zu teilen


Schnitt, der vierte.


Über 20 Jahre sind seitdem vergangen. Unser Album füllt sich weiterhin mit Bildern aller Art, darunter zahlreiche Konterfeis langjähriger, verdienter Mitarbeiter (z.Zt. etwa 340), besonders erfolgreicher Auszubildender (10 Ausbildungsberufe) und treuer Weggefährten. Drei Seiten später weiß der Betrachter auch über die anderen Geschäftsfelder des Unternehmens Bescheid, zu dem nun nicht nur sieben Sport-, Fitness- und Reha-Zentren, sondern auch eine Event-Management-Agentur, ein Reisebüro und eine Versicherungsagentur gehören. Darüber hinaus vertreibt die Killer-Group internationale Designer-Möbel, bietet innenarchitektonische Dienstleistungen aller Art und vermietet neben amerikanischen Acht-Meter-Limousinen auch exklusive Automobile der absoluten Sonderklasse (Ferrari, Rolls Royce). – Drei besonders große Fotos (und ein etwas kleineres) laden dann doch zu längerem Verweilen ein: Eines davon zeigt den Firmenchef mit neuem Pass, ausgestellt auf den Namen Maximilian Michael Prinz von Anhalt, Herzog zu Sachsen und Westfalen, Graf von Askanien, auf dem anderen hält der sichtlich stolze Prinz die Stiftungsurkunde der von ihm gegründeten Anhaltinischen Sport-Integrationsstiftung in die Kamera, eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, vor allem über den Sport sozial benachteiligten, lernschwachen und motorisch auffälligen Kindern und Jugendlichen (mit und ohne Migrationshintergrund) den Start in ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben zu erleichtern und so eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Ungeordnet liegen diesem Foto eine Vielzahl von bebilderten Presseberichten bei, die den Stiftungsgründer und beispielsweise Deutschlands Star-Choreografen Detlef D! Soest oder den ewigen Kornfeld-Schläfer Jürgen Drews im Rahmen seiner die Stiftung unterstützenden Tätigkeiten zeigen. Auf dem dritten dieser Bilder, aufgenommen anlässlich der Feierlichkeiten im Rahmen des 20-jährigen Firmenjubiläums 2006, steht der bereits Geadelte neben seiner Mutter Karin und der damaligen Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die es sich nicht nehmen ließ, dem Jubilar zu diesem besonderen Ereignis persönlich zu gratulieren. In diesem Zusammenhang fand die Ministerin nicht nur anerkennende Worte für das unternehmerische Geschick des Mannes, der mit Fleiß, Ehrgeiz und einer Vision einer der wichtigsten mittelständischen Unternehmer in der Region geworden ist – sondern darüber hinaus nie vergessen hat, dass Wohlstand und Erfolg immer auch eine soziale Verantwortung mit sich bringt, die in diesem Hause ohne Zweifel sehr ernst genommen wird.

Das letzte (etwas kleinere) Foto auf diesen Seiten zeigt noch einmal den Prinzen, später am Abend, etwas abseits, allein mit seiner Mutter, die, wie er sagt, wichtigste Kraftquelle in seinem Leben. Das Gespräch, die Gedanken, verraten Gestik und Mimik, kreisen ohne Zweifel noch einmal um das „Lebenswerk“ des Prinzen, der ein Killer war (möglicher Titel einer angedachten Biografie), und für beide steht fest, dass der schmächtige Bub, der einst mit diesem roten Holzauto vor dem Christbaum stand, nicht ahnend dass das Leben noch so einiges mit ihm vorhat, durch die Worte der Ministerin an diesem Tage ein zweites Mal geadelt worden ist.


Schnitt, der letzte.


Welche Sprache, wessen Sprache also sprechen die Bilder, von denen eingangs die Rede war? Sicher, sie zeigen eine Seite des Abgebildeten, die des sogenannten Promi-Prinzen (ah, ja: Das Vox – Promi Dinner mit Reiner Holbe, Karin Ludwig-Tietze und Benni Herd), der das Leben - sein drittes, wenn man so will – genießt, wenn es die Zeit erlaubt, der die neuen Aufgaben jedoch mit der gleichen Entschlossenheit und Konsequenz wahrnimmt wie einst das „Abenteuer Selbstständigkeit“. Ja, er bedient in und mit diesen Bildern so manches Klischee, hat schnell gelernt, dass das mediale Interesse an seiner Person, seinem Treiben und Tun „bestimmten Regeln“ unterliegt, um es einmal vorsichtig zu umschreiben. Von seinem Weg wird ihn das nicht abbringen – im Gegenteil, denn die Aufmerksamkeit, die ihm nachweislich zu Teil wird (seine private Homepage wurde im letzten Jahr ca. 1,5 Millionen Mal angeklickt, bei Facebook muss man für seine Freundschaft anstehen und die geschätzte Zahl von Berichten und Reportagen über ihn in allen Medien liegt bei etwa 500, Tendenz: stark steigend), nutzt der Prinz professionell für seine gemeinnützigen Projekte. So komplettiert dieses Album eine interessante Mischung unterschiedlichster Motive: der Prinz in Gala-Uniform und mit Rolls Royce beim 18. Ball der Sterne in Mannheim, wo über 2 Millionen Spendengelder für die ZNS Hannelore-Kohl-Stiftung und die Kinderhilfsorganisation „Kinder unter dem Regenbogen“ zusammen kamen; der Prinz ohne Prunk, dafür mit Wollmütze und Schaufel, denn nachdem die Finanzierung für eine Zisterne mit Pumpe und Wasserrinne für den katholischen Kindergarten „Kükennest“ (bei Aschaffenburg) gesichert war, musste in dreitägiger Bauarbeit auch noch eine Matschgrube ausgehoben werden; hier wieder ein Bild in Uniform – der ganz anderen Art jedoch, in Nikolausrobe nämlich, auf dem Dieburger Marktplatz beim Verteilen einer warmen Mahlzeit inklusive von ihm gespendeter Winterbekleidung für Obdachlose und anderweitig Bedürftige; und immer wieder: der Prinz in Zivil bei der Übergabe von Schecks in Schulen, Vereinen und sozialen Einrichtungen wie Suppenküchen und „Tafeln“; gut getroffen, diesmal im feinen Zwirn, ist er auf Fotos mit dem hessischen Ministerpräsidenten Koch auf dem Hessischer Stiftungstag, mit Bud Spencer auf der UNESCO - Gala in Düsseldorf „Kinder in Not“ (Dinner Ticket: knapp 500€), in der Frankfurter „ZAR Vodkabar“, wo die von ihm initiierte „Stars For Charity“-Veranstaltungsreihe einen Erlös in vierstelliger Höhe erzielt, oder auch in Diensten des RTL2 Promi-Trödeltrupps.

Keine Bilder gibt es von Mitgliedern seiner Studios, die aufgrund trauriger Brüche in ihren beruflichen und familiären Biographien kostenlos weiter trainieren dürfen, keine Bilder gibt es auch von den Kindern, deren Eltern die sportlichen Aktivitäten ihres Nachwuchses nicht mehr bezahlen können und deshalb vom Chef selbst beitragsfrei gestellt wurden. Auch das spricht, will man meinen, eine deutliche Sprache.


Der Fitness-Prinz aus der Provinz/FAZ


Wohltäter mit Titel: Maximilian Michael von Anhalt, gebürtiger Killer, betreibt Sportstudios für Sportler von acht bis achtzig Jahren. Nun will er nach Amerika expandieren.

DARMSTADT. Ein Foto wäre schön. Mit der Uniform natürlich, schließlich ist vor einem Jahr aus dem Fitness-Studio -Besitzer Michael Killer nach einer Adoption Prinz Maximilian Michael von Anhalt geworden, und zur Feier des Adelstitels hat sich der Hesse gleich eine hübsche Uniform schneidern lassen. Ein Foto also, aber wo? Vielleicht oben auf den Zinnen seines Studios in Groß-Zimmern, das einer Ritterburg gleicht? Oder vor dem neuen Auto, „dem Rolls"? Warum nicht, also hinüber zu dem kleinen Garagenpark.



Wolfgang, der sich fürsorglich um den Chef kümmert, öffnet ein Tor und manövriert das majestätische Automobil vorsichtig heraus. Draußen steht eine Harley im Weg, sie muss wegrangiert werden, eine hübsche Maschine, sagt man, da lächelt der Prinz. Nein, eine hübsche Maschine sehe anders aus, er öffnet Garage Nummer zwei und schiebt eine silbergraue Schönheit heraus, mehr ein Kunstwerk denn ein Motorrad.Der schwarze Rolls-Royce, die graue Harley Luzifer, dazu, in seiner Phantasie-Uniform, der Prinz, der einmal Killer hieß - was sind das für Bilder aus der hessischen Provinz? Ein Bück in die nächsten Garagen sorgt für weiteres Erstaunen. Mit bescheidenen Fahrzeugen wie einem Ferrari 340 wollen wir uns nicht aufhalten, aber den Mase¬rati C12 wollen wir doch erwähnen, nur acht Stück gibt es Deutschland, möglicherweise hat der Kaufpreis von 669 000 Euro den ein oder anderen Interessenten abgeschreckt.

Zurück im Fitness-Studio wech¬selt der Prinz die Kleider. In Trai¬ningshose und Shirt könnte er als normaler Kunde durchgehen. Gut trainiertes Mittelalter, Fitness-Typ, drahtig, sehnig. Der Prinz ist kein Muskelmann, und er ist auch nicht mit dem Aufpumpen von Muskel¬männern reich geworden. Von An¬fang an, sagt er, habe er „immer nur wenige Body-Builder reingelassen". Die hätten lange Zeit Angst ausgelöst bei den anderen, das habe sich zwar geändert, aber dennoch hat Killer für die großen, breiten Jungs lieber ein Spezial-Studio in Darmstadt eröffnet, eines, das billi¬ger ist als die anderen, und dort treffen sich die Muskelmänner. In seinen anderen Studios, in der Vorzeige-Burg in Groß-Zimmern etwa, ist die Kundschaft eine andere. Hier geht es weniger um Kraft- als um Breitensport, es geht um Gewichtsreduzierung, Ernährungsbe¬ratung und Rückenschule; das Kurs¬angebot bietet das modische Pro¬gramm von Yoga bis Pilates, aber auch Nordic Wallting, Inlineskaten, Mountainbikefahren, sogar Massage und Kosmetik kann buchen, wer will.

Daneben gibt es Karate und Judo für Kinder, es gibt Tanzkurse, es gibt, oben auf dem Dach, ein Schwimmbad und eine Saunalandschaft. Es gibt Kickboxen für nicht mehr ganz junge Män¬ner, es gibt Selbstverteidigungskurse für Frauen, es gibt Kooperationen mit Krankenkassen, auch behinderte Kinder finden Angebote, in denen sie integriert sind und fachgerecht betreut werden. Und es gibt Seniorentraining. Die Alten kommen meist am Morgen, dann sind sie fast unter sich, die älteste Frau, die regelmäßig an den Geräten sitzt, ist 83 Jahre alt. Mehr als dreihundert Senioren sind es am Tag allein im Studio in Groß-Zimmern, einem von sechs, die der Prinz in Südhessen betreibt.
Manch einer hält ihn für größenwahnsinnig. Doch der Mann ist kein Großkotz, eher ein Eulenspiegel. Er spielt mit Konventionen. „Wenn du irgendwohin hinkommst als Prinz von Anhalt", sagt er, „dann macht das einen schlanken Fuß." Soll heißen: Es geht erst einmal um den Spaß, den die neue Rolle mit sich bringt, als Prinz kann er sich vor Einladungen kaum retten. „So funktioniert PR", hat Killer erkannt. „Für mich ist der TiTitel eine Marketingstrategie im Interesse unseres Hauses." Demnächst will er nach Frankfurt expandieren; in Los Angeles, seiner zweiten Heimat, plant er eine Sport- und Fitness-Lounge, vor allem dort hilft der Titel, manche Tür zu öffnen.

Aber auch daheim sorgt er für Aufsehen. Was haben sie sich auf die Schenkel geklopft in Groß-Zimmern, als „der Mischael" beim Mas¬ke-Boxkampf von RTL interviewt wurde. „Man muss Rückgrat ha¬ben, um so herumzulaufen", sagt er mit Blick auf seine Uniform. „Über mich haben Menschen oft gelacht, aber das hat mich nie gestört. Man muss seine Ideen deshalb nicht aufgeben, man muss sie durchsetzen und zu ihnen stehen." Neid? Hat ihn nie interessiert. Nicht damals, als er nichts hatte, nicht heute, da er ein reicher Mann ist. Neid blockiere, findet er, zerstöre positive Energie. „Wer neidisch ist, kann keinen Erfolg haben. Dem Erfolgreichen darf man nichts neiden, ihn muss man sich zum Vorbild neh¬men", so habe er es immer gehalten.
Der Titel, den er sich in den Vereinigten Staaten überschreiben ließ - mehr als ein Besuch beim Notar und vor dem Familiengericht war nicht nötig, bezahlt haben will er dafür nichts außer den gesetzlichen Gebühren , ist echt, in Adelskrei¬sen aber so wertlos wie peinlich. Er ist ein Spielzeug, so wie der Rolls-Royce ein Spielzeug ist oder der Maserati.
Killer ist sozial engagiert, er unterstützt das bundesweite Projekt„Integration durch Sport", will Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien die Chance geben, sich in einer gewaltfreien Umgebung über den Sport zu entwickeln. „Disziplin, Regeln, Ziele,Fairness" nennt er als Eckpfeiler und wird nicht müde, die Vorzüge des Sports zu preisen. Wer seine Vita kenne, könne ermessen, wie viel er dem Sport zu verdanken habe, er biete unabhängig von Herkunft und Alter die Möglichkeit, über den Körper zu einer Identität und sozialer Verantwortlichkeit zu finden. Sport liefere täglich den Beweis, „dass mit Arbeit und Energie etwas zu erreichen ist".

Der Verein Lotus Eppertshausen, der um die Ecke zu Hause ist und für seine vorbildliche Jugend-und Integrationsarbeit mit dem „Großen Stern des Sports" des Deutschen Olympischen Sport-Bundes ausgezeichnet wurde, hat in Killer einen ausdauernden Förderer gefunden; der Studiobesitzer unterstützt mehrere andere Projekte, und den Adelstitel will er nun zu verstärktem sozialen Engagement nutzen. Killer sprüht vor Ideen. Als Nächstes will er die Reichen und Schönen der Provinz im Rolls und Ferrari zu Events karren, ihnen ein erstklassiges Kulturprogramm bieten und dafür ordentlich kassieren - für einen guten Zweck. Dafür wird er auch gern wieder in seine Uniform schlüpfen



Der Mensch:
Über sein Alter spricht Michael Killer nicht. Zur Verwendung empfiehlt er den Begriff „Dreißiger". Nach Hessen kam er als Kind, nachdem der Vater, ein Heizungsbauer, im Schwäbischen Konkurs anmelden musste. Eine Lehre als Steuerfachgehilfe beendete er vorzeitig, eine Ausbildung zum Zahntechniker brachte er mit Mühe zu Ende. Seit er während der Lehrzeit erstmals nach Kalifornien flog, ist Amerika sein liebstes Reiseziel. In Bei Air lernte er vor 15 Jahren den skandalumwehten Prinz Frederic von Anhalt kennen. Im vergangenen Jahr ließ er sich von seinem „väterlichen Freund" adoptieren, seither nennt er sich Prinz Maximilian Michael von Anhalt, Herzog zu Sachsen und Westfalen, Graf von Askanien.

Das Unternehmen:
Das Unternehmen gründete Michael Killer in Groß-Zimmern in der Nähe von Darmstadt mit geliehenem Geld ein kleines Fitness-Studio, das er im Lauf der Jahre immer weiter aus¬baute. Er setzte von Beginn an auf Fitness- und Gesund¬heitssport, nicht auf Body-Building. Im ersten Monat warb er 21 Mitglieder. Heute besitzt er sechs Studios mit rund 20 000 Mitgliedern. Er hat 300 Angestellte und bildet in sechs Ausbildungsberufen aus. Zur Feier des Jubiläums des „Killer Sports Club" gab sich auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries die Ehre, die ihren Wahlkreis in Südhessen hat. Killer besitzt weitere Unternehmen: Er verleiht Limousinen, organisiert Events, veranstaltet Reisen und verkauft Designermöbel.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Artikel vom 6.Mai 2008


Spot on/Eccellent
Prinz Maximilian Michael von Anhalt: Ein Unternehmer, der nichts dem Zufall überlässt




„Ich möchte einmal ein Buch schreiben. Ein Buch, das jungen Menschen Mut machen soll, an das, was sie mit Spaß und Enthusiasmus tun, zu glauben. Ein Buch in Form eines modernen Märchens, das davon erzählt, wie aus einem einfachen Mann von der Straße, ein Prinz wurde.“ Prinz Maximilian Michael von Anhalt hat sich mit uns in seiner „Burg“, wie er sein Fitness-Studio in Groß Zimmern liebevoll nennt, getroffen. Hier hatte unter seinem Geburtsnamen Michael Killer all das begonnen, was heute ist und weiter wächst: Ein kleines Imperium.
Keine Uniform, kein Schmuck, Prinz Maximilian Michael von Anhalt trägt Jeans und ein trotz der Stickerei schlichtes Hemd. Für Menschen, die ihn kennen oder für ihn arbeiten, ist er nach wie vor einfach „Michael“. „Ich bin mit Lohnpfändungen und dem Gerichtsvollzieher im Nacken aufgewachsen“, schildert er einen Teil seiner Kindheit. Sein Vater, ein Heizungsbauer aus dem Schwabenland musste Konkurs anmelden, seine Buchhaltung hatte Gelder veruntreut. „Im Schwäbischen bedeutete eine Pleite, aus welchem Grund auch immer, das berufliche Aus“, beschreibt er die damalige Situation. Nach einer kurzen Station in Heidenheim, bei der die Familie so wenig Geld hatte, dass seine Mutter abends nicht wusste, was sie am anderen Tag kochen sollte, fand sie in Ober-Ramstadt einen neuen Arbeitgeber und damit eine neue Heimat. „Mein Vater machte sich dann allerdings bald wieder mit einer neuen Heizungs- und Sanitärfirma selbständig, was dazu führte, dass ich bereits als Elfjähriger auf den Baustellen mitgeholfen habe, um die Familie zu ernähren.“ Der sympathische Self-Made-Man erzählt das ohne Bitterkeit. „Ich habe die Schule ganz gerne geschwänzt. Die Arbeit mit meinem Vater hat mir viel mehr Spaß gemacht!“ Geschadet hat es dem Prinzen in keinster Weise: „Eine gesunde Existenzangst sollte man sich immer erhalten“, lautet seine Bilanz.
Freiheit und Selbstbestimmung sind der größte Luxus.
„Ich habe schon immer nur das getan, was mir Spaß macht.“ In dieser Lebenseinstellung begründet lag es wohl auch, dass Michael Killer weder seine Ausbildung als Steuerfachgehilfe abschloss noch sich in anderen Unternehmen unterordnen wollte. Auf Baustellen verdiente er sich als 16-Jähriger 100 DM am Tag. „Beim Verlegen von Estrich verarbeitete ich 30 Kubikmeter Sand täglich“, erzählt er uns stolz. Weit gefehlt zu denken, damit sei die berufliche Entdeckungstour beendet gewesen. Prinz Maximilian Michael von Anhalt lacht und die strahlend weißen Zähne lassen es schon vermuten. Nicht nur, dass er eine der besten praktischen Prüfungen als Zahntechniker ablegte, einige Jahre später avancierte er zum Fotomodell für Zahnarztpraxen. Als Autoverkäufer war Prinz Michael nicht weniger erfolgreich: „Mir gelang es damals alle zwei Wochen einen Wagen an den Mann oder die Frau zu bringen, was mir jedes Mal rund 400 DM einbrachte. Damit konnte ich mich dann die nächsten 14 Tage über Wasser halten.“ Und wieder lacht das smarte Allround-Talent. Seine Lebensphilosophie: „Man soll sich selbst niemals zu wichtig nehmen!“
Vom Zahntechniker zum King of Fitness
Die hochwertige, modernste Ausstattung der heutigen Fitness-Studios des Prinzen erweckt bei Außenstehenden den Anschein, die Studios seien seit jeher sein Leben gewesen. Doch weit gefehlt: Die Vision für eine solche eigene Unternehmung hatte er erst, als er einen seiner Bekannten, seines Zeichens Inhaber eines Studios, beobachtete, der abwechselnd mit einem Porsche und dann wieder mit einem Ferrari an ihm vorüberfuhr. „Da sagte ich mir: Michael das kannst Du auch. Ein Job, bei dem man es mit Menschen und natürlich vor allem auch mit dem weiblichen Geschlecht zu tun hatte, bei dem man Sport machen konnte, das musste einfach Spaß machen. Eigentlich wollte ich nach Amerika auswandern“, gesteht er. Stattdessen suchte er sich jedoch einen Finanzier und fand ihn in dem Eigentümer eines Weiterstädter Autoteile-Fachmarktes. „Ich bin dem Mann noch heute dankbar“, betont Prinz Maximilian Michael von Anhalt. „Obwohl ich diese Leihgabe teuer zurückgezahlt habe. Mein Geldgeber war gleichzeitig Besitzer des von mir favorisierten Grundstücks und war drauf und dran, es an einen anderen Interessenten zu veräußern, wenn ich nicht auf seine beträchtliche Forderung eingegangen wäre.“ Auf dem ihm angebotenen Grundstück in Groß-Zimmern stand damals ein Fitness-Club durchschnittlicher Größe, nicht mehr und nicht weniger. Trotz der mahnenden Worte seiner Mutter, die noch immer den Konkurs seines Vaters im Kopf hatte, nahm er die Herausforderung an: „Wer bei Null anfängt, hat nichts zu verlieren“, lacht er. Bei den Verhandlungen mit seiner Hausbank über den Kreditrahmen, habe er gepokert und gewonnen. Fortan arbeitete der frischgebackene Inhaber über fünfzehn Jahre lang Tag für Tag von morgens bis abends. Sogar beim Bau und dem Ausbau der Immobilie legte er selbst Hand an: „Ich war der Erste der aufschloss und der Letzte, der abschloss, nur Weihnachten und Silvester nahm ich mir ein paar Stunden für mich in Anspruch“, betont Prinz Maximilian Michael von Anhalt.
Stillstand ist Rückschritt



…so sieht der Prinz den Sachverhalt heute. „Eigentlich war ich mit Killer Sports in Groß-Zimmern zufrieden“, beschreibt der dynamische Unternehmer sein damaliges Empfinden. Sein eigenes Reich hatte er also bereits geschaffen.
Die Wende kam mit seinem Freund und heutigen Partner Christian Phillippovitsch. Gemeinsam mit ihm wuchs der Expansionsgedanke. Sieben Fitness-Studios, die er mit Ausnahme seines Stammhauses in Groß-Zimmern und eines weiteren Clubs in Ober-Ramstadt, gemeinsam mit seinem Partner betreibt. Erfolgreich, das muss man ihm lassen. Immerhin hat die Fitness-Studio Gruppe heute eine Fan-Gemeinde von 18 000 Mitgliedern und das Gesamtunternehmen einen Stab von 340 Mitarbeitern. „Wir bilden gerne junge Leute aus und bieten ihnen auch eine breite Ausbildungspalette von Sportfachleuten, Fitness-, Event-, Einzelhandels-, Reisebüro-, Versicherungs- über Bürokaufleuten, bis hin zu Mediengestaltern und Trockenbauern.“ Zirka 35 junge Menschen sind es zur Zeit. Nicht umsonst war Bundesjustizministerin Brigitte Zypries unter den Laudatoren zum 20-jährigen Jubiläum von Killer Sports.
Kurz vor der Eröffnung stehen die Fitness-Studios in Groß-Bieberau als auch die Realisierung eines weiteren Projektes in Ober-Roden. Absolutes Highlight bilden jedoch die drei unterschiedlichen Studio-Konzepte im Darmstädter Cube-Gebäude. „Die Idee des Open-Air-Fitness-Studios auf dem Dach kommt eigentlich von meinem Partner Christian. Unser Vorbild dafür ist der Fitness-Club am Muscle Beach in Kalifornien. Dazu richten wir eine entsprechende Lounge mit Bar und Bistrobereich ein, kurz eine Location, in der wir auch Musik-Events veranstalten können.“ In die Etage darunter wird das bereits bekannte, preiswertere Crunch-Fitness-Studio aus der Eschollbrücker Straße umziehen. Und im Erdgeschoss der Immobilie rückt Prinz Michael mit seinem neuen Discount-Premium-Club dem Konkurrenten Mcfit zu Leibe. „Mit einem Beitrag von 2,99 Euro wöchentlich liegen wir deutlich unter dieser Fitness-Kette, und keine Angst“, ergänzt er seine Aussage nachdrücklich, „hinter jedem unserer Projekte steckt ein ausgeklügeltes Konzept!“ So verfügt jedes der im Cube präsenten Studios über einen autarken Eingang. Prinz Maximilian Michael von Anhalt sieht diese als zielführende unternehmerische Maßnahmen, die sich aus der aktuellen Marktsituation ergeben. Nur gut, dass zum Team des Prinzen auch fünf Trockenbauspezialisten gehören, die bei jeder Geschäftseröffnung tatkräftig mithelfen. Was immer er und sein Team anpacken: „Es muss perfekt sein“, betont er und begründet diesen Hang mit seinem Sternzeichen: „Ich bin nun einmal Stier, Aszendent Skorpion.“
Ein Lebenskünstler hat seine eigene kleine Welt
… und die schafft er sich selbst, erklärt uns der Prinz, der vor Kreativität nur so sprüht: Zu den Fitness-Studios kamen im Laufe der Zeit ein eigenes Reisebüro, ein Versicherungsunternehmen, ein Innenausstattungsunternehmen, über das man auch Designer-Möbel beziehen kann, ein Limousinenservice … „All diese Geschäftsideen lassen sich unter dem Thema „Lifestyle“ zusammenfassen“, erklärt er und schmunzelt: „Zudem achte auch ich bei meinen Reisen schon immer auf ein gesundes Preis-Leistungs-Verhältnis, das lasse ich auch meinen Kunden zukommen. Oder „don’t drink and drive“, wenn meine Gäste auf den von mir veranstalteten Partys etwas getrunken haben, bot ich diesen die Rückfahrt mit Stretchlimousine und Chauffeur an. Daraus entstand dann unser Limousinen-Service.“ Nun ja, über den Hang zu extravaganten Designermöbeln muss man nicht reden, wenn man die Ausstattung seines Studios in Groß-Zimmern oder die Einrichtung seiner Villa in Darmstadt vor Augen hat. „Meine Villa dient eigentlich nur dem Prinzen-Image“, vertraut er uns an. „Ich lebe ausschließlich in meiner Penthouse-Wohnung im Industriegebiet über meinem Bürogebäude gegenüber meinem Fitness-Club in Groß-Zimmern. Hier ist mein Zuhause, seitdem ich nicht mehr auf knappen 20 Quadratmetern über dem Studio wohne.“ Dass er im Alltag ganz gerne den Smart statt des Ferraris aus der Garage holt, will ihm auch niemand so recht glauben. Er ist eben bodenständig geblieben, der Prinz, der von ganz unten kam.
Titel gut angelegt



Seit seiner Adoption versteht es Prinz Michael seine Präsenz in allen Medien auszubauen. In Home-Stories und Interviews, in TV-Sendungen wie explosiv, taff, Brisant oder Nachtcafé ist er gern gesehener und unterhaltsamer Gast, selbst wenn er mit seinem ehrlich erworbenen Prinzentitel Moderatoren gelegentlich als Zielscheibe dient: „Damit muss man leben“, lacht er. „Wäre ich bei meinem Geburtsnamen geblieben, hätte man mich bestimmt nicht eingeladen!“ Frederik von Anhalt und Zsa Zsa Gabor kennt er seit vielen Jahren durch seine häufigen Aufenthalte in Kalifornien und ist vor allem Zsa Zsa in tiefer Freundschaft verbunden. „Die Adoption hat mich übrigens unter 20 000 Euro gekostet“, lacht er. „Dabei handelte es sich ausschließlich um Notar-, Gerichts- und Anwaltskosten. Aber das will ja auch niemand wahrhaben.“ Während das Verhältnis zu seiner Mutter über all die Jahre von Herzlichkeit und gegenseitiger Fürsorge geprägt ist, hat sich das zum Adoptivvater extrem abgekühlt. Aber nicht soweit, dass er Frederik von Anhalt nicht einen 400 Euro-Job angeboten hätte, als dieser meinte, er müsse in Deutschland von Hartz IV leben.
„Ich bin kein Workaholic“, betont er. „Ich genieße es, ab und zu auszuschlafen oder auch etwas für andere tun zu können.“ Das Gesicht des Prinzen wird ernst. „Ich habe schon immer Kinder arbeitsloser Eltern umsonst bei mir trainieren lassen.“ Finanziell gut aufgestellt, initiierte er später seine Sportintegrations-Stiftung, zur Förderung der Sportintegration lernbehinderter- oder behinderter Kinder, ausländischer Kinder und Kinder sozialschwacher Familien. Der Titel „Prinz von Anhalt“ vereinfacht es, bei so mancher der von ihm veranstalteten Charity-Veranstaltungen prominente Mitstreiter wie Detlef d Soost, Pharo, Antonia Langsdorf, Jacob Sisters, Jürgen Drews oder auch Dragoslav Stepanovic zu gewinnen. „Ich möchte einen Teil des Glücks, das mir zuteil wurde, an diese Kinder weitergeben. Ich finde, jeder kann dazu beitragen, dass es schlechter gestellten Menschen ein wenig besser geht. Und sei’s auch nur, indem man der alten Dame aus der Nachbarschaft am Wochenende bei ihren Einkäufen behilflich ist.“
Traumprinz

Und obwohl für den Prinzen, der einmal Killer hieß, bereits viele Wünsche wahr wurden, hat er noch den einen oder anderen weiteren Traum, der sich noch erfüllen soll: „Bevor ich mein Buch schreibe, muss noch ein wenig mehr passieren.“ Mit Eifer arbeitet er an einer möglichen Schauspielerkarriere. „In Amerika habe ich bereits an Aufnahmen für die Reality-Show „Star Superbodies“ teilgenommen“, strahlt er. „Wenn aus diesem Projekt etwas wird, habe ich mein Ziel eigentlich erreicht.“ Im Deutschen Fernsehen duelliert er sich mit Karin Titze-Ludwig, Reiner Holbe und Benjamin Herd bei „Das perfekte Promi-Dinner“. Ausgestrahlt wird die Sendung auf Vox im November dieses Jahres. Sein Menu darf uns Prinz Michael von Anhalt leider noch nicht verraten, aber: „Ausgerichtet habe ich es im Garten meiner Darmstädter Villa, hier habe ich alles gegeben, um meinem Titel alle Ehre zu machen. In einem königlichen Rahmen wurde bis ins kleinste Detail vom Erlesensten aufgetragen.“ „Können Sie kochen?“, fragen wir den Prinzen. „Ja, aber für dieses Menu habe ich mit einem befreundeten Profi-Koch geübt“, gesteht er uns.
Man darf also gespannt sein, was Prinz Michael von Anhalt noch alles auskocht. Nur eine Prinzessin ist noch nicht gebacken. Sie sollte jung, hübsch, klug und selbstbewusst, auf keinen Fall eifersüchtig sein. „Ich würde sie auf Händen tragen“, betont er. Heiraten wolle er aber erst einmal noch nicht!
Hätte Prinz Maximilian Michael von Anhalt das alles auch ohne seinen Titel geschafft, einfach nur als Michael Killer? Eigentlich ja, denn erarbeitet hat er sich alles allein, auch den Titel.


Maximilian Michael Prinz von Anhalt über sein Leben in den Medien

„Da ist schon noch mehr als Glanz und Glamour“


Wer dieser Tage nach langer Abwesenheit wieder einmal den Weg ins südhessische Groß Zimmern findet, dort vielleicht aus nostalgischen Gründen auch sein altes Fitness Studio, den damaligen Killer Sports Club, besucht, wird seinen Augen nicht trauen, steht doch an gleicher Stelle nun eine imposante, fast märchenhaft anmutende Ritterburg, eine, wie sich bei näherer Betrachtung herausstellt, multifunktionale dreistöckige Sport-, Fitness- und Gesundheitseinrichtung, sogar mit Pool auf der Dachterrasse. Und mit viel Glück begegnet ihm sogar der Hausherr, nicht im Sportdress, mit Baseballcap und einem Milchkaffee in der Hand, sondern in einer schicken, weißen Uniform beim Einsteigen in seinen vom anhaltinischen Wappen verzierten Rolls Royce: Maximilian Michael Prinz von Anhalt, Herzog zu Sachsen und Westfalen, Graf von Askanien. Eine Fata Morgana?

„Ganz und gar nicht“, möchte man dem Betrachter zurufen, „deine Augen trügen dich nicht.“ Und doch ist der Schein: trügerisch – denn was er hier sieht, ist eben nur die halbe Wahrheit, die gern und dementsprechend oft in den Medien verkauft wird, im wahrsten Sinne des Wortes. Da sieht man ihn als Juror bei der Wahl zur „Alpen-Queen“ in Ischgl oder zur „Miss World Bikini“ in Eschborn, in der VIP-Lounge beim Formel 1 Rennen in Monaco, bei der Echoverleihung in Berlin in der illustren Gesellschaft ebenfalls bestens gelaunter Stars und Sternchen wie Sarah Connor, Jürgen Drews, Roger Cicero und vielen anderen.

Für die andere Hälfte der Wahrheit ist hier, vor allem in den bunten Blättern und TV-Boulevard Magazinen, kaum Platz. Nicht für den kaum Zehnjährigen aus dem Badischen, aufgewachsen mit Lohnpfändungen, Gerichtsvollziehern, radikal zusammengestrichenen Einkaufslisten und zwei- und dreifach aufgetragenen Schuhen und Kleidungsstücken nach dem (unverschuldeten) Konkurs des Vaters, nicht für den Teenager, dem der Umzug nach Hessen zwar eine gewisse materielle Sicherheit beschert, aber auch, vor allem nach SEINEM Platz auf dieser Welt. Kaum Erwähnung finden hier auch die mittachtziger Jahre, in denen die Zukunft des Michael Killer endlich Konturen annimmt und er als Teenager - mit seinem Startkapital von ein paar tausend geliehenen D-Mark – seinen ersten (von heute sieben) Fitnessclub eröffnet, heute eine der angesagtesten Fitness-Locations im Rhein-Main-Gebiet. Erzählen diese Bilder und Reportagen von den nun vor ihm liegenden Jahren mit sieben (!) zwölf- bis fünfzehnstündigen Arbeitstagen pro Woche, in denen der junge Unternehmer schon sehr früh darauf bedacht ist, besonders auch Kindern und Jugendlichen interessante Sportangebote machen zu können, in der Überzeugung – und aus eigener Erfahrung - , dass der Sport nicht nur persönlichkeitsbildende Bedeutung hat, sondern auch dazu beiträgt, Vorurteile abzubauen und pro-soziales Verhalten zu fördern? Eher nicht.

„Als Gegenstand eines wie auch immer gearteten öffentlichen Interesses habe ich mich damit arrangiert“, sagte Prinz Michael unlängst auf einer Veranstaltung der von ihm gegründeten Anhaltinischen Sport-Integrationsstiftung, eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, vor allem über den Sport sozial benachteiligten, lernschwachen und motorisch auffälligen Kindern und Jugendlichen den Start in ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben zu erleichtern, „von den Medien überwiegend einseitig beleuchtet zu werden. Mein soziales Engagement, eben auch eine Facette der anderen Hälfte jener Wahrheit, die gerne unterschlagen wird, ist dabei leider häufig nur eine Randnotiz wert.“

Randnotizen – immerhin: Großzügige Zuwendungen für die Dieburger Tafel, Erlöse aus der Versteigerung fürstlichen Trödels durch den RTL2 Promi-Trödeltrupp (mit denen eine Schule am Ort ein Software-Paket anschaffen konnte), warme Mahlzeiten und Kleidungsstücke für Obdachlose und Bedürftige auf dem Dieburger Marktplatz, Sachspenden für eine andere Bildungseinrichtung (Tischtennisplatte), ein unvergesslicher Tag mit dem Prinzen für gut ein Dutzend Kinder aus sozialschwachen Familien, die von ihm persönlich nicht nur in einer amerikanischen Acht-Meter-Limousine durch die Gegend chauffiert und in einen Kinderspielpark, sondern anschließend auch zu einem „Rittermahl“ eingeladen wurden - und dann war da ja auch noch prinzliches In-die-Hände-Spuken angesagt beim Ausheben einer Matschgrube für die Kindergartenkinder des „Kükennests“ (bei Augsburg)…

„Ich bin nicht Mutter Theresa“, stellt Prinz Michael klar, „was ich tue, halte ich nicht für so wichtig oder spektakulär, dass die Welt davon erfahren müsste oder gar zu einer besseren würde. Gegen ein etwas, nun, sagen wir einmal: ausgeglicheneres Interesse der Medien an meinem Tun hätte ich jedoch durchaus nichts einzuwenden.“


Prinz Michael und Killer Sports "…und keinen Tag möchte Ich missen" /Passion for Life
Eine wahre Geschichte / Von Ute Reisener




Irgendwie bedächtig, in sich gekehrt, wirkt der Mann, der vor zwei Minuten das Schwarz-Weiß Cafè im Martinsviertel betreten hat. Die Räumlichkeiten scheinen eine gewisse Ehrfurcht in ihm auslösen. Er nimmt sich Zeit um sich umzuschauen, die Orientierung (in Zeit oder Raum?) wiederzufinden. Langsam kommt Michael Killer, Inhaber und Gründer des Killer-Sports Fitness Studios, auf mich zu, seine Gesichtszüge entspannen sich. Schweigen. „Wissen Sie," sagt er nicht direkt in meine Richtung, als er sich endlich nieder lässt, „ hier haben wir damals den einen oder anderen Samstag Vormittag bei einem guten Frühstück verbracht, sozusagen zweieinhalb Stunden Urlaub von einer siebentägigen Arbeitswoche Das hieß jeden Tag bis zu siebzehn Stunden, auch an den Wochenenden…" Samstag Morgen, kurz nach 10 Uhr. Gekommen ist er in einem Trainingsanzug, zugegebenermaßen ein besonders lässiges Modell, am linken Handgelenk eine alte Rolex („Die geht einfach nicht kaputt, was soll ich machen?"), chauffiert von einem Mitarbeiter - in einer Acht-Meter-Limousine, die zum Fuhrpark eines seiner Unternehmen (Killerdom Entertainment) gehört. „Hat sich so ergeben", erklärt Michael Killer, als er meine fragenden Blicke sieht. „Irgendein Simpel hat meinen Dienstsmart eingeparkt und die Limo muss eh´ zur Wartung, warum also zwei Fahrzeuge bewegen?" Bevor der Fahrer uns verlässt, trägt ihm sein Chef schnell noch die Besorgung eines bestimmten Duschkopfes für die Sauna in Groß Zimmern auf. Auch hier scheint der Mann mit dem wachen, aufmerksamen Blick meine Gedanken zu lesen: „Natürlich haben wir unsere Monteure und Handwerker, aber soll ich wegen einer solchen Kleinigkeit einen Mann aus seinem Wochenende holen? Wer, glauben Sie, hat wohl in den ersten Jahren die Wände meines Studios gestrichen, Fliesen gelegt, Spülkästen montiert, Dusch- und Umkleideräume gereinigt, Müsliriegel gezählt und Kaffee gekocht - oder die (sprichwörtlichen) Teller gewaschen?" Um es kurz zu machen: Der Mann, der da vor mir sitzt, passt in keine Schublade, entspricht keinem Klischee, lässt sich nur schwerlich einordnen. Sicher, Parallelen zu (bekannteren) Erfolgsgeschichten drängen sich auf, und doch scheint die Killer-Story anders zu sein, eine Gleichung mit vielen Unbekannten, eine Rechnung, die nur aufgeht, wenn man sich die Zeit nimmt, dem Enddreißiger einfach einmal zuzuhören. „Toll, dass es endlich geklappt hat," freut sich der gebürtige Schwabe über die Möglichkeit, mit Passion for Life über Killer Sports zu reden, gleichzeitig aber auch „einmal gründlich aufzuräumen mit all dem Unsinn, der über mich von selbsternannten Killer-Experten verbreitet wird." Vor unserem Tisch bleibt eine hübsche Blondine stehen, Anfang zwanzig, sportliche Erscheinung. Sie wechselt ein paar Worte mit meinem Interviewpartner, der „liebe Grüße zuhause" ausrichten lässt.



„Schon brutal, wie die Zeit vergeht," sagt Killer, mit den Gedanken offenbar wieder auf der Reise in die Vergangenheit. „Als ich damals, im März, das Studio eröffnete, übrigens auf gerade einmal 400qm Trainingsfläche mit drei Duschen, gehörte die Mutter der jungen Dame zu den ersten Mitgliedern - und kommt heute noch regelmäßig zum Training, jetzt halt mit ihrer Tochter. Das nenne ich einen Generationenvertrag". In der Tat will die Vergangenheit den Sohn eines nicht immer vom Glück verfolgten Heizungsmonteurs heute morgen nicht loslassen. Immer wieder kommt die Sprache auf die Zeit vor der Eröffnung des ersten Studios. Geschichten und Geschichtchen reihen sich in den nächsten zwei Stunden aneinander, und es wird schnell deutlich, dass die nicht immer schöne oder sorgenfreie Kindheit des gelernten Zahntechnikers besonders prägend gewesen ist: "Wenn ich es richtig bedenke", stellt Michael Killer fest," begann meine Lehrzeit schon mit sieben, als uns der Konkurs meines Vaters nach Groß Zimmern verschlug. Von heute auf morgen war quasi die ganze Familie damit beschäftigt für den Lebensunterhalt zu sorgen. Für mich bedeutete das nicht selten, dem Vater gleich frühmorgens auf Baustellen zur Hand zu gehen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir eines Vormittags in einem Neubau einen Heizkörper montierten und die Frau des Hauses mich die ganze Zeit so komisch ansah. Nun, es stellte sich heraus, dass ihr Sohn einer meiner Klassenkameraden war, der zu dieser Zeit natürlich dort war, wo auch ich eigentlich sein sollte: In der Schule! Aber, ich sag´ Ihnen was: Beneidet habe ich ihn mit Sicherheit nicht…" Institutionalisiertes Lernen, dieses Eindrucks kann man sich wahrlich nicht erwehren, muss für den süddeutschen Judomeister (… in der Gewichtsklasse bis 30 Kilo) schon damals ein Gräuel gewesen sein. Auf Kommando stillsitzen, nach einer tollen Sportstunde Kopfrechnen, Ergebnisse immer schön mit einem Lineal unterstreichen, das sei seine Sache nicht gewesen, gibt der Mann, der heute in vielen Branchen tätig (und erfolgreich) ist, freimütig zu: „Meine erste Lehre (Steuerfachgehilfe) scheiterte schon nach acht Wochen - am obligatorischen Schreibmaschinenkurs. Die kleinen Tasten, das stundenlange Sitzen und Üben hat mich wahnsinnig gemacht. Natürlich durfte zuhause zunächst niemand wissen, dass ich diesen ehrbaren Beruf (O-Ton Mutter) niemals ausüben würde, und so arbeitete ich in den Wochen danach zum Beispiel bei Caparol in Ober-Ramstadt oder bei Quelle. Geld musste und wollte ich ja schon verdienen. Ob das Abfüllen von Farbeimern oder das Zusammenschieben von Einkaufswagen wirklich lustiger war als das Steuerbüro, bezweifle ich allerdings mittlerweile auch." So ganz reibungslos verlief auch der zweite Anlauf zu einer ordentlichen Berufsausbildung ( Zahntechnik) nicht. „Das wäre beinahe wieder schiefgegangen", erinnert sich Michael Killer. "Aus dem Urlaub habe ich meine Mutter angerufen und ihr gesagt, dass ich nicht schlecht Lust hätte, gar nicht mehr nach Deutschland zurück zu kehren. Stundenlang hat sie auf mich eingeredet, diesmal doch durchzuhalten. Ich kam also wieder und wollte mit dem Wechsel der Lehrstelle einen neuen Anfang machen. Aber ganz Darmstadt (und die weitere Umgebung) schien sich gegen mich verschworen zu haben, denn meine Vorstellungsgespräche blieben samt und sonders erfolglos. Erst der wirklich allerletzte Versuch gab ein wenig Hoffnung, die Sache hatte nur einen Haken: Das in Frage kommende Labor bildete zur gleichen Zeit einen gewissen Andreas Bauer aus, zufällig mein bester Freund, der mit seiner lässigen, lockeren Art bei der Belegschaft natürlich unheimlich beliebt war, vom Chef, dem Herrn Teuber, häufiger als ihm lieb war zu ´Männergesprächen´ unter vier Augen eingeladen wurde. Also verschwiegen wir unsere Bekanntschaft bis zum Ende der Probezeit, ließen es dann aber richtig krachen. Meine arme Mutter schlief bis zum Ende meiner Ausbildung, glaube ich, nicht besonders gut. Man muss das verstehen," gibt Michael Killer zu bedenken. „Nachdem die Selbstständigkeit meines Vaters so brutal gescheitert war, wir jahrelang von der Hand in den Mund gelebt haben, sah meine Mutter das allumfassende Heil in einer gesicherten Angestelltentätigkeit. Als ich, noch in der Lehrzeit, immer mehr Gefallen daran fand, bei einem befreundeten Autohändler auszuhelfen, befürchtete sie Schlimmstes, machte sich große Sorgen um meine Zukunft. Umso schöner war es für mich, als ich ihr kurz nach der Trennung von meinem Vater von meinem ersten selbstverdienten Studio - Geld mit ein paar Tausend Mark für einen neuen Hausstand aushelfen konnte. Aber so richtig zur Ruhe gekommen ist sie bis heute nicht." Übrigens: Die praktische Prüfung bestand der Unruhegeist („ … hat meine Mutter immer zu mir gesagt!") als Bester seines Jahrgangs, während die Hürde Theorie, wen wundert´s, gerade so genommen werden konnte: „Was erwarten Sie denn?", entrüstet sich Killer augenzwinkernd, „man kann doch wohl kaum richtig lernen, wenn einen die Freunde am See nicht in Ruhe lassen, oder?" Scho´ recht, scho´ recht. Die Freude im Hause Killer über die Aussicht, den mitunter etwas sprunghaften Sohn nun in Brot und geregelter Arbeit zu sehen, wärt indes nicht lang, denn schon bald wird dem jetzt 20-Jährigen „alles zu eng, zu monoton, zu wenig kreativ, einfach zu abhängig", wie er es zusammenfassend beschreibt. „Geld war damals absolut kein Thema, ich hatte keins, und basta. Viele glauben auch heute noch, meine Triebfeder sei einzig und allein der Gedanke an mehr Geld und Profit gewesen. Tatsache ist aber, dass ich mich nicht damit abfinden konnte oder wollte, mich einer planbaren, berechenbaren Zukunft zu verschreiben." Er möchte nicht falsch verstanden werden: „Einige meiner besten Freunde sind Beamte, und ich würde mich riesig für sie freuen, wenn sie an ihrer Arbeit genauso viel Spaß haben wie ich an dem, was ich tue. Jeder Mensch ist nun ´mal anders, und es kommt doch letzten Endes immer darauf an, wie man etwas macht, also wie man sich dabei fühlt, und nicht was." „Dass ich Mitte der den Schritt in eine - in jeder Hinsicht - unsichere Selbstständigkeit gewagt habe, hatte aber nicht nur den Grund, dass ich wusste, was ich nicht wollte," fährt Killer nach unserem dritten Milchkaffee fort. „Sport und Fitness haben in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt, ich war und bin gerne mit gut gelaunten Menschen zusammen, habe gestalterisches Talent, und wenn ich eines mit absoluter Überzeugung von mir sagen kann - ich habe früh, sehr früh gelernt, hart zu arbeiten. Natürlich war mir klar, dass die Sache schief gehen konnte, auf der anderen Seite jedoch war das Risiko kalkulierbar, selbst für mich als Schwabe," fügt der Herr über heute ca. 300 Mitarbeiter schmunzelnd hinzu.



„Tatsache ist nämlich außerdem, und das habe ich im Laufe der Jahre immer wieder erlebt, dass nichts so schlecht ist, um nicht für etwas anderes gut zu sein: Im schlimmsten Falle wäre ich um ein paar tausend Mark Starthilfe (von einem guten Freund) ärmer, aber auch um einige wichtige Erfahrungen reicher gewesen. Da konnte ein Mensch wie ich nicht wiederstehen. Das hat sogar meine Mutter verstanden, auch wenn sie es aus bekannten Gründen nicht gutheißen konnte." Er will nicht leugnen, dass der Start ins Big Business noch härter als erwartet war. „Die ersten Jahre wusste ich oft nicht so recht, wie ich die nächsten Rechnungen zahlen sollte," erinnert er sich, diesmal ohne Wehmut. Aus dieser Zeit stammt wohl auch jene Anekdote, nach der der junge Firmenchef häufiger nach dem Wohlbefinden seiner Hunde gefragt wurde - die er aber in Wirklichkeit nie besaß. „Das Missverständnis entstand," erzählt er," weil sich in den Restmüllcontainern im Hinterhof des Studios jede Menge Weißblechdosen angesammelt hatten, die man fälschlicherweise für Hundefutter hielt. Tatsächlich aber enthielten sie den Hauptbestandteil meiner Nahrung in jenen Tagen (und Wochen): Ravioli.Nicht gerade lukullisch, dafür aber günstig…"



Glück, ja natürlich habe er auch Glück gehabt, gibt MK unumwunden zu. Den Faktor Glück dürfe man bei solchen Geschichten keinesfalls unterschätzen. In seinem Falle zum Beispiel das Glück, zur richtigen Zeit in die Fitnessbranche eingestiegen zu sein, das Glück, einen idealen Platz für ein geeignetes Gebäude angeboten bekommen zu haben, und überhaupt: Das Glück, die Chance seines Lebens nicht nur gesehen, sondern beim Schopfe gepackt zu haben. „Risiken sind immer auch Möglichkeiten", fasst er zusammen



„Aber," und das meint der Burgherr (in Anlehnung an das Ritterburg- Design seines Studios in Groß Zimmern), man spürt es, ganz ernst, „mit Glück allein kommt man so weit nun auch wieder nicht." Wo das Glück nicht fehlt, sagt der Volksmund, ist der Zufall nicht weit. „Absolut", sagt Killer. „Ich erzähle Ihnen einmal, wie es zu den Darmstädter Studios überhaupt gekommen ist.Ich stand an der Rezeption, als ein junger Bursche einchecken wollte. Der Name - Christian Phillippovitsch - sagte mir zunächst nichts, aber das Gesicht kam mir bekannt vor. In Bruchteilen von Sekunden erinnerte ich mich: Mein Vater und ich hatten im Hause Phillippovitsch eine Anlage gewartet, und als irgendwie die Rede auf die sportlichen Aktivitäten der Sprösslinge kam, berichtete mein Vater von meinen Erfolgen im Judo. Dabei zeigte uns Christians Mutter eine kleine Fotografie, die ihren Sohn bei dessen Lieblingsbeschäftigung zeigte - ebenfalls Judo. Und da stand er nun, Jahre später, leibhaftig vor mir. Nun, Christian kam dann öfter, und weil wir die gleiche Art von Humor hatten, wurden wir schnell Freunde und Chrissie half auch schon mal als Trainer aus, wenn Not am Mann war. Natürlich verloren wir uns nicht aus den Augen, als er sein BWL-Studium in Wien begann." „Ein BWLer und ein expandierendes Unternehmen," unterbreche ich kurz, „das macht Sinn." „Im Prinzip schon", fährt MK fort, „aber ich sagte ja schon, dass es mir nie wirklich darum ging, immer größer zu werden, immer mehr zu haben. Im Vordergrund stand von Anfang an die Idee, meine Idee, mich egal wie und wo selbst zu verwirklichen und dabei Spaß zu haben. Das hat mit der Jagd nach, wie sagt man, Ruhm und Reichtum herzlich wenig zu tun hat." „Wie auch immer, als ich dann einen schweren Autounfall hatte, zwei Tage lang den Ärzten wirklich richtige Sorgen machte und danach wochenlang außer Gefecht war, wechselte Christian ohne zu zögern von Wien nach Mainz, um mich besser unterstützen zu können. Ich fand das großartig von ihm, konnte mich voll und ganz auf ihn verlassen. Als er sein Studium dann beendet hatte, überlegten wir zusammen, wie seine berufliche Zukunft aussehen könnte. Gern hätte ich ihm den Weg in die eigene Selbstständigkeit - zumindest finanziell - geebnet, sein Wunsch jedoch war es, weiterhin mit mir („…in freundschaftlicher Partnerschaft…") zusammen zu arbeiten. Christian wollte damals unbedingt in Darmstadt etwas aufziehen, ohne ihn gäbe es heute ganz sicher keine Body-Culture Studios und auch kein Amanusa-Frauenstudio." Wer glaubt, dieses Gespräch hätte ohne Handy-, e-Mail oder Fax-Unterbrechungen (per Blackberry Pearl) stattgefunden, irrt natürlich. Es vergehen kaum zehn Minuten am Stück, ohne dass es jenseits des Tisches piept, rasselt oder klingelt. Die meisten Störversuche bleiben unberücksichtigt. Ein Telefonat jedoch muss an dieser Stelle erwähnt werden, denn wir wollten ja nicht nur über Killer Sports reden, sondern auch über all den von angeblichen Killer-Kennern in die Welt gesetzten Unsinn, der, wie man jüngst beobachten konnte, mittlerweile sogar die ´Bunte` (Illustrierte) und die F.A.Z. erreicht hat.



Mit einem Augenzwinkern nimmt mein Gegenüber dieses Gespräch also entgegen und wird aus irgendwelchen Gründen offenbar aufgefordert seinen vollen Namen zu nennen …… den er mit Prinz Maximilian Michael von Anhalt angibt. „Prinz Maximilian Michael von Anhalt…", wiederhole ich, für Seine Durchlaucht wohl etwas zu salbungsvoll - und ernte ein breites Grinsen. „Eine tolle Geschichte, nicht wahr", bestätigt der frisch gebackene (?) Adoptivsohn von Frederic von Anhalt und seiner Gemahlin Zsa Zsa Gabor die Meldungen aus ´Bunte` und ´F.A.Z´. „Sollte man aber richtig einordnen können: Ich kenn´ die beiden schon fast fünfzehn Jahre, irgendwie sind wir uns immer wieder über den Weg gelaufen. Beverly Hills, wo mein Freund (und seit kurzem auch Adoptivbruder) Oliver seit siebzehn Jahren lebt und einen großen Freundes- und Bekanntenkreis hat, ist auch nur ein Dorf, wenn auch ein besonders teures. Frederic ist ein Autonarr, genau wie ich, und Zsa Zsa: Bis zu ihrem schweren Unfall war diese Frau, auch mit über 70, eine Klasse für sich. Mir persönlich hat immer ihr Esprit imponiert, diese positive Lebenseinstellung, die mir ja nicht ganz fremd ist, sodass wir, ja, Freunde geworden sind. Als ich vor gut zwei Jahren intensiver darüber nachgedacht habe, in Hollywood eine exklusive Sport- und Fitness-Lounge zu eröffnen, war Zsa Zsa der Meinung, dass ein guter deutscher Adelstitel sicherlich nicht die schlechteste Visitenkarte sei. Ich war natürlich begeistert, dass ausgerechnet sie mir auf diesem Weg den Einstieg in Hollywood erleichtern wollte. Denn wenn sich jemand mit der sogenannten High Society auskennt, dann Zsa Zsa! All jene, die mehr aus dieser Sache machen wollen, muss ich leider enttäuschen - aber so funktioniert PR nun einmal." Der Prinz hat übrigens die Rechnung an diesem Vormittag übernommen, hat bar bezahlt - mit einem etwas verkrumpelten Scheinchen aus der rechten Tasche seiner Trainingshose. Quelle: Artikel über Prinz Maximilian Michael von Anhalt (ehem. Killer) aus der Jubiläumszeitschrift der Killer-Sports Studios.
12/2007/01.06-15.06.2007


 

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